Anästhesiologie

Revidierter Kardialer Risikoindex (RCRI)

Revidierter Kardialer Risikoindex (RCRI)

RCRI (Lee-Index)

Schätzt das Risiko für schwere kardiale Komplikationen nach nicht-kardialchirurgischen Eingriffen.
Hochrisiko-Eingriff
Intraperitoneal, intrathorakal oder suprainguinal-vaskulär
Anamnese ischämische Herzkrankheit
MI, positiver Belastungstest, Angina Pectoris oder pathologische Q-Wellen
Anamnese Herzinsuffizienz
Lungenödem, PND, S3-Galopp oder vaskuläre Umverteilung im Rö-Thorax
Zerebrovaskuläre Erkrankung
Zustand nach Schlaganfall oder TIA
Präoperative Insulintherapie
Aktuelle Behandlung des Diabetes mit Insulin
Kreatinin > 2,0 mg/dL
Präoperatives Serum-Kreatinin > 176,8 µmol/L
0
Punkte
Niedriges Risiko
Keine erhöhten Risikofaktoren.
Geschätztes Risiko: 0,5%
PunkteRisikogruppeEreignisrisiko
0Klasse I (Niedrig)0,5%
1Klasse II (Erhöht)1,1%
2Klasse III (Erhöht)5%
≥ 3Klasse IV (Erhöht)10%
1
Protokoll bei erhöhtem Risiko: Wenn RCRI ≥ 1, Alter ≥ 65 oder 45-64 mit relevanter Herzerkrankung, sollte die Bestimmung von NT-proBNP oder BNP erwogen werden.
2
Postoperative Überwachung: Bei NT-proBNP ≥ 300 ng/L oder BNP ≥ 92 ng/L sollte ein EKG im Aufwachraum sowie ein tägliches Troponin-Monitoring für 48-72h erfolgen.
3
Einschränkungen: Der RCRI kann das Risiko bei Patienten mit Herzklappenerkrankungen unterschätzen. Schlaganfall- oder Blutungsrisiken werden nicht erfasst.
Nur zur klinischen Unterstützung. Die ärztliche Beurteilung steht immer über dem Score.
Referenzen:
  • Lee TH, et al. Derivation and prospective validation of a simple index for prediction of cardiac risk of major noncardiac surgery. Circulation. 1999;100(10):1043-1049.
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Rezensiert von ·
Semahattin Serkan Sezer MD